Blutdruck messen: Diese drei Fehler verfälschen Ihre Werte

Millionen Menschen in Deutschland leiden an Bluthochdruck – doch viele wissen nichts davon oder werden aufgrund falscher Messwerte gar nicht der oder falsch behandelt. Ein Mediziner macht dafür drei alltägliche, aber häufig unterschätzte Messfehler verantwortlich, die selbst bei disziplinierter Selbstmessung zu Hause auftreten können.

Der richtige Zeitpunkt entscheidet

Wer seinen Blutdruck kurz nach dem Aufstehen oder direkt nach der Einnahme von Medikamenten misst, riskiert verzerrte Werte. Empfohlen wird, mindestens zwei Stunden nach dem Aufwachen zu messen, um den natürlichen morgendlichen Blutdruckanstieg zu umgehen und die Messung grundsätzlich vor der Medikamenteneinnahme durchzuführen.

Körperhaltung als unterschätzter Fehlerfaktor

Auch die Sitzposition spielt eine entscheidende Rolle: Der Rücken sollte gestützt sein, die Beine nicht überkreuzt und der Arm auf Tischhöhe – also etwa in Herzhöhe – abgelegt werden. Studien zeigen, wie stark sich Abweichungen auswirken können: Liegt der Arm während der Messung im Schoß statt auf einer Unterlage, steigt der systolische Wert im Schnitt um 3,9 mmHg und der diastolische um 4,0 mmHg. Hängt der Arm sogar frei herunter, fällt der Unterschied noch deutlicher aus – systolisch um 6,5 mmHg und diastolisch um 4,4 mmHg zu hoch. Auch die Deutsche Herzstiftung betont, dass der Oberarm möglichst genau auf Herzniveau liegen muss, ohne nach oben oder unten gestreckt zu werden.

Mehrfach messen statt einmal

Der dritte entscheidende Fehler: sich auf eine einzige Messung zu verlassen. Empfohlen werden drei Messungen im Abstand von jeweils einer Minute, wobei die erste Messung grundsätzlich verworfen werden sollte, da sie oft durch die anfängliche Aufregung verzerrt ist. Während der gesamten Messung sollte außerdem absolute Ruhe herrschen – Sprechen oder Bewegung während der Messung kann die Werte zusätzlich verfälschen.

Warum das so wichtig ist

Diese scheinbar kleinen Fehler haben große Konsequenzen: Sie können darüber entscheiden, ob ein Blutdruckwert als normal oder behandlungsbedürftig eingestuft wird. Fachleute wie die Deutsche Hochdruckliga weisen darauf hin, dass Abweichungen von 5 bis 30 mmHg allein durch Messfehler entstehen können – genug, um eine notwendige Behandlung zu verzögern oder eine unnötige Therapie einzuleiten.


Quelle: FOCUS online (24.07.2026)

Hinweis: Dieser Artikel dient der allgemeinen Information und ersetzt keine ärztliche Beratung.

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